Kultur
und Welterbe
Die
Kultur
Mit ihrer
siebentausendjährigen Geschichte sind die maltesischen Inseln von
kulturellem
und geschichtlichem Erbe geradezu durchdrungen. Die Inseln erlebten in
der
Jungsteinzeit ein goldenes Zeitalter, dessen Überreste die
geheimnisvollen, der
Fruchtbarkeitsgöttin geweihten megalithischen Tempel sind. Später kamen
die
Phönizier, Karthager, Römer und Byzanthiner - sie alle haben auf den
Inseln
ihre Spuren hinterlassen.
In der
kleinen Republik Malta stehen Kirchen
mit zwei der drei größten freitragenden Kuppeln Europas. Die Johannes
dem
Täufer gewidmete Rotunda von Xewkija (Gozo) besitzt die zweitgrößte
freitragende Kuppel Europas und gilt als die drittgrößte Kuppelkirche
des
Kontinents. Sie wird gefolgt vom Dom zu Mosta auf Malta selbst.
Karl V.
übergab Malta
dem Souveränen Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem,
der von
1530 bis 1798 über Malta herrschte. Die Ritter führten Malta durch ein neues
goldenes Zeitalter und
machten das
Land
zu einem Hauptdarsteller auf der
kulturellen Bühne Europas im 17. und 18. Jahrhundert. Das künstlerische
und
kulturelle Leben der Inseln wurde bereichert durch die Anwesenheit von
Künstlern
wie - unter vielen anderen - Caravaggio, Mattia Preti und Favray, die
von den
Rittern mit der Ausschmückung von Kirchen, Palästen und Residenzen
beauftragt
wurden.
Dieses
im
Mittelmeerraum einzigartige Vermächtnis spiegelt sich in der
Nationalarchitektur
und in den Kunstsammlungen des Landes wider. Überall gibt es Zeugnisse
des
kulturellen Erbes zu entdecken - den Großmeisterpalast, ein Meisterwerk
aus dem
16. Jahrhundert, heute der Sitz des Parlaments; die "Sacra Infermia",
die heute ein komplett ausgestattetes Konferenzzentrum ist; das St.
James
Centre for Creativity, eine hervorragend restaurierte Festungsanlage,
wo
zeitgenössische Kunstwerke einen reizvollen Kontrast zu den
grobstrukturierten
Originalmauern und wiederentdeckten Räumen bilden. In diesen Gebäuden
erteilen
Vergangenheit und Gegenwart gemeinsam eine andauernde, einprägsame
Lektion in
Lebenskunst.
Die
bildenden Künste
haben in Maltas Kultur schon immer eine große Rolle gespielt, und daran
hat
sich bis heute nichts geändert. Kulturelle Veranstaltungen stehen
regelmäßig
auf der Tagesordnung. Im National Museum of Fine Arts, das in einem
überschäumenden Rokoko-Gebäude aus den 1570er Jahren untergebracht ist,
sind
großartige Kunstwerke von der Frührenaissance bis zur Moderne
ausgestellt.
Welterbe
Aus
Malta sind bislang drei Denkmäler in die
UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen worden: Die Hauptstadt Valletta,
die
Tempelanlage von Ġgantija sowie das Hypogäum von Ħal-Saflieni.
Insgesamt befinden sich sieben Megalithtempel
auf den Inseln von Malta und Gozo; jeder von ihnen zeigt eine eigene
Entwicklung. Die beiden Tempel von Ggantija auf der Insel Gozo zeichnen
sich
durch ihre riesigen Strukturen aus dem Bronzezeitalter aus. Die Tempel
von
Ggantija sind die ältesten, freistehenden Monumente der Welt und sind
das
Zeugnis für die Bewohnung der Inseln zu einer Zeit, die wenigstens 1000
Jahre
vor der liegt, zu der die berühmten ägyptischen Pyramiden gebaut worden
sind.
Auf
der Insel Malta selbst befinden sich mit
den Tempeln von Hagar Qim, Mnajdra und Tarxien einzigartige,
architektonische
Meisterwerke, wenn man die begrenzten Möglichkeiten der Erbauer in
Betracht
zieht. An den Strukturen von Ta'
Hagrat und Skorba kann man sehen, wie in jener Zeit Tempel auf Malta
gebaut
wurden. Diese Tempel sind als Gruppe in der Liste des Weltkulturerbes
eingetragen und bezeugen eine einzigartige Baukunst und Tradition, die
ihre
Blüte zwischen 3600 und 2500 v. Chr. auf den maltesischen Inseln erfuhr.
Das
Hal Saflieni Hypogeum ist eine
Höhlenstruktur, die sowohl als Zufluchtsstätte als auch als Friedhof
von den
Tempelerbauern genutzt wurde. Entdeckt wurde es 1902 bei
Bauarbeiten. Die
drei unterirdischen Ebenen gehen auf die Zeit von 3600 bis 2400 v. Chr.
zurück.
Das Monument wird als eines der maßgeblichsten, vorgeschichtlichen
Denkmäler
der Welt angesehen.
Die
Hauptstadt von Malta, Valletta, ist
untrennbar verbunden mit dem militärischen und karitativen Orden des
Hl.
Johannes von Jerusalem. Sie wurde in Folge von Phöniziern, Griechen,
Karthagern, Römern, Byzantinern, Arabern und dem Orden der Ritter des
Hl.
Johannes beherrscht. Valletta besitzt 320 Monumente auf einer Fläche
von 55
Hektar und bietet somit eine der höchsten Konzentrationen an
historischen
Stätten der Welt.
Ħal
Saflieni Hypogeum
Das
Hypogeum (der Name bedeutet unterirdische
Höhle) ist ein einzigartiges Monument und ein grandioses Beispiel für
Architektur nach unten. Bei den Ausgrabungen wurden enorme
Mengen an
archäologischen Funden gemacht, wie Tonware, menschliche Knochen,
Schmuck aus
Perlen oder Amuletten, kleine geschnitzte Tiere und größere Statuetten.
Das
Hypogeum besteht aus Hallen, Räumen und
Gängen, die aus dem lebendigen Fels geschlagen wurden und eine Fläche
von etwas
500 Quadratmetern bedecken. Die ausgehöhlten Räume sind von
verschiedenem Grundriss
und Größe und von verschiedener handwerklicher Qualität. Die Struktur
ist in
drei Stockwerken gruppiert – das obere Stockwerk (3600 – 3300 v. Chr.),
das
mittlere Stockwerk (3300 – 3000 v. Chr.) und das untere Stockwerk (3150
– 2500
v. Chr.). Der tiefste Raum im untersten Stockwerk liegt 10,6 Meter
unter dem
Straßenniveau.
Im
oberen Stockwerk finden wir eine enorme
Höhle mit einem zentralem Durchgang und Grabkammern auf beiden Seiten.
Im
mittleren Stockwerk befinden sich verschiedene Räume, die so fein
herausgearbeitet wurden, dass man den Eindruck von Mauerwerk hat.
Um den Erhalt der
Stätte zu sichern, wird das Mikroklima exakt reguliert. Aus diesem
Grund werden
pro Tag höchstens 80 Besucher zugelassen.
Kontakt:
Hal Saflieni
Hypogeum, Burial
Street,
Paola PLA 03, Malta
Tel: (+356) 21805018/9 Fax: (+356)
21805021
Die Megalithtempel von Malta
Es gibt
sieben
Megalithtempel auf Malta
und Gozo, der älteste geht auf die Zeit von 5000 v. Chr. zurück.
Die
ältesten,
freistehenden Tempel der Welt befinden sich bei Ġgantija auf der Insel
Gozo;
besonders bemerkenswert ist die gigantische Struktur aus der Bronzezeit.
Auf
Malta befinden
sich der Ħagar Qim (dekoriert mit Tieren und Göttern, die aus
Feuerstein und
Obsidian geschnitzt wurden), und die Tempel Mnajdra und Tarxien,
einzigartige
Meisterwerke der Architektur, wenn man die limitierten Möglichkeiten
der
Erbauer in Betracht zieht. Die Strukturen von Ta’ Ħaġrat und Skorba
zeigen die
Entwicklung der Tradition des Tempelbaus auf Malta.
Ġgantija
Die
Ggantija Tempel in
Xaghra, Gozo, sind eine der wichtigsten archäologischen Stätten der
Welt und
gehen auf die Zeit von 3600 bis 3200 v. Chr. zurück. Aufgrund der
gigantischen
Maße der Megalithen glaubte die Bevölkerung in den vergangenen
Jahrhunderten,
dass diese Tempel das Werk von Riesen waren. Der Name dieses besonders
großen
Tempels auf Gozo bezeugt diese antike Legende: Ggantija ist das
maltesische
Wort für Riese.
Der
Megalith-Komplex
von Ggantija besteht aus zwei Tempeln, umgeben von einer massiven
Grenzmauer,
erbaut mit der Technik von Bindern und Läufern, wobei einige der
Megalithen
länger als fünf Meter und mehr als 50 Tonnen schwer waren. Die Tempel
wurden
aus groben, korallinen Kalksteinblöcken erbaut und haben fünf Apsiden,
die
durch einen zentralen Korridor verbunden sind, über den man in den
innersten
Bereich mit einem Kleeblattbogen kommt.
Kontakt:
Ggantija
Temples,
Temples
Street, Xaghra, Gozo Tel:
(+356) 21553194 Fax: (+356) 21550107
Mnajdra
Der
Komplex von
Mnajdra besteht aus drei Tempeln, die um einen ovalen Vorplatz
angeordnet sind.
Der erste und älteste der Tempel geht auf die Zeit von 3600 – 3200 v.
Chr.
zurück, während der beeindruckenste der Tempel, der Dritte, in der Zeit
von
3150 – 2500 v. Chr. erbaut worden ist. Er ist wahrscheinlich der
besterhaltene
der Inseln. Das Mauerwerk bezeugt das Wissen von komplizierter
Bautechnik und
die überragenden handwerklichen Fähigkeiten seiner Erbauer.
Als
letzter ist der
mittlere Tempel erbaut worden und wurde in erhöhter Position zwischen
die zwei anderen
gesetzt. Der untere Tempel weist eine besondere astronomische
Ausrichtung auf;
am Tag des Äquinoktium (20. März und 20. September) fallen die
Sonnenstrahlen
genau durch bestimmte Bereiche des Tempels ein.
Kontakt:
Mnajdra
Temples, Qrendi,
Malta
Tel: ( 356) 21424231 Fax:
( 356) 21244231
Ħagar Qim
Der
Tempel von Hagar
Qim (etwa 3600 - 3200 v. Chr.) steht auf einem Hügel mit weiter Sicht
über das
Meer und die Insel Filfla. Der Tempel selbst besteht aus einem Bauteil,
aber
man ist sich nicht sicher, ob die originale Struktur vier oder fünf
Apsiden
vorsah.
Weitere
Tempelruinen
befinden sich nur wenige Meter vom Haupttempel entfernt und der
Vorplatz und
die Fassade sind in der typischen Form der Tempel gehalten, die wir auf
den
Inseln finden. Besonders bemerkenswert sind die größeren Orthostats der
Ecken,
die extra behauen sind, um die zweite Reihe der horizontalen Läufer
aufzunehmen.
Bei
den Ausgrabungen
von Hagar Qim wurden weitere interessante Funde gemacht, wie ein
bemerkenswert
verzierter Säulenaltar, zwei Tischaltare und einige der ‘fat lady’
Statuen, die
im Nationalmuseum für Archäologie ausgestellt sind.
Kontakt:
Hagar Qim
Temples, Qrendi,
Malta
Tel: ( 356) 21424231 Fax:
( 356) 21244231
Skorba
Tempel
Skorba
umfasst zwei
Tempelruinen, die während der ersten zwei Phasen archäologischer
Ausgrabungen
im frühen 19. Jh. und im 20. Jh. unberührt geblieben waren.
Bei
Skorba wurde in
der Zeit von 3600 – 3200 v. Chr. ein typischer Drei-Apsiden Tempel auf
den
Resten eines Dorfes gebaut, das aus der Zeit von 5000 – 4300 v. Chr.
stammte.
In der Zeit von 3150 – 2500 v. Chr. wurde östlich davon ein weiterer
Tempel
errichtet, der bei seiner Entdeckung in deutlich schlechterer
Verfassung war;
aber man kann erkennen, dass er aus vier Apsiden und einem zentralen
Gewölbe
bestand.
Skorba
war bereits
lange vor dem Tempelbau bewohnt und die frühesten Strukturen der Stätte
werden
der Zeit von 5000 – 4300 v. Chr. zugeschrieben. Im Bereich Richtung
Osten
befinden sich zwei Räume, die auf die Zeit von 4400 – 4100 v. Chr.
zurückgehen.
Die Unebenheit des Bodens und das Fehlen von Feuerstellen scheinen
einen
Gebrauch als Wohnbereich auszuschließen.
Eine
Gruppe von
Statuetten, die im nördlichen Raum gefunden wurden, deutet eher darauf
hin,
dass das Gebäude religiösen Funktionen diente.
Kontakt:
Skorba Temples,
St
Anne Square,
Zebbiegh, Mgarr,
Malta
Tel: (+356) 21580590
Ta' Ħaġrat Tempel
Die zwei
Tempel von
Ta’ Ħagrat, datierend auf 3600 – 3200 v. Chr., sind mit die ältesten
Tempel auf
Malta
und sehr gut erhalten.
Der
größere der beiden
ist aus der Zeit von 3600-3200 v. Chr., während der kleinere aus der
Zeit von
3300-3000 v. Chr. stammt. Die reichhaltigen Funde von Töpferware lassen
darauf
schließen, dass die zwei Tempel auf den Resten eines früheren Dorfes
erbaut
wurden. Unter den Funden dieser Stätte wurde eine einzigartige
Entdeckung
gemacht – ein kleines Modell eines Gebäudes aus Kalkstein.
Der
größere Tempel
befindet sich in der Mitte eines weiten, halbkreisförmigen Vorhofs und
die
bedeutende Fassade mit ihrem monumentalen Zugang wurde 1937
wiederaufgebaut.
Zwei Stufen führen hinauf zu dem Haupteingang, der von enormen,
aufrechten
Korallenkalksteinen flankiert wird und dem Korridor. Der Korridor nach
dem
Eingang ist mit sorgfältig verlegten, breiten Steinblöcken gepflastert.
Kontakt:
Ta'
Hagrat Temples, St Peter Street,
Mgarr, Malta Tel:
(+356) 21586264 Fax: (+356)
21231236
Tarxien Tempel
Die
Tempel von Tarxien
gehen auf die Zeit von 3600-2500 v. Chr. zurück und sind mit ihren vier
Megalithstrukturen die vielfältigste Stätte aller Tempelfunde auf Malta.
Die
Tempel sind
berühmt für ihre detailreichen Felsritzungen, die Haustiere in Relief
darstellen, sowie Altare und Sektionen, die mit Spiralmustern und
anderen
Formen verziert sind. Besondere Aufmerksamkeit verdient ein Raum, der
sich in
der dicken Wand zwischen dem südlichen und zentralen Tempel befindet;
er wurde berühmt
für das Relief von zwei Stieren und einem Schwein.
Die
Stätte scheint
ausgiebig für Rituale genutzt worden zu sein, die wahrscheinlich auch
die
Opferung von Tieren beinhalteten. Tarxien ist auch deshalb so
interessant, das
man hier sehr gut sehen kann, wie die Tempel konstruiert
wurden:
Steinrollen, die sich außerhalb des südlichen Tempels befinden, wurden
wahrscheinlich zum Transport der Megalithen verwendet. Reste von
Feuerbestattungen sind ebenfalls im Zentrum des südlichen Tempels zu
finden, was
den Schluß zulässt, dass diese Stätte auch in der Bronzezeit zur
Leichenverbrennung verwendet wurde.
Kontakt:
Tarxien Temples,
Neolithic Temples
Street,
Tarxien PLA 11, Malta
Tel: (+356) 21695578 Fax: (+356) 21241975
Alle
Fakten und Daten zu Malta in unserem Online- Magazin Intern mit
Sonderteil Leben und Arbeiten auf Malta.